es lebe

wenn man konzentriert ist, sich in eine sache vertieft, dann sind die wenigen momente die man tatsächlich für sich hat eine kostbare seltenheit die man erst dann zu schätzen lernt, vielleicht erst dann überhaupt bewusst erlebt.
in den vergangenen tagen war ich oft der letzte, der hinter sich die tür ins schloss fallen ließ und in der wenigen übrigen zeit war mein antriebsdrang nicht stark genug oder mir fehlte schlicht die zeit meine freunde zu treffen. man sieht sich vielleicht zufällig und macht spontan etwas daraus und hat dann durch die fehlende erwartungshaltung die beste zeit. doch in einer stadt wie hamburg trifft man sich selten zufällig.
aber diese momente, wenn ich morgens das büro aufsperre, mich auf den balkon setzte und in den garten hineindenke, seniere, ohne ziel und grund vor mich hingrüble, entschädigen für viel.
heute abend saß ein spatz im gras hinter dem büro und sah mir neugierig zu wie ich im licht der offenen tür stand und an meinem bier nippte. er hoppelte stück für stück näher, pickte hie und da etwas aus dem rasen und sah mich wieder an ... irgendwie neugierig ... wie eine junge katze mit einem vogeluntypischen, wachen blick.
ich bin mir nicht sicher wieviel dieses momentes in dem, durch die viele arbeit hervorgerufenen, delirium seinen ursprung hat und was daran tatsächlich echt war ... aber es fühlte sich großartig an.
es sind diese momente, wenn man vollkommen alleine ist oder glaubt es zu sein und plötzlich, unerwartet reagiert die umwelt.
sooft ich gerne und (ihr wisst) viel mit leuten rede und mich abendelang unterhalte. sogerne ich meine zeit mit freunden verbringe, mich austausche und sosehr mir neuer input wichtig ist, aber dieser eine schüchterne blick bedeutet soviel mehr.
gut zu wissen, dass trotz allem was drunter und drüber gehen kann die welt irgendwie doch in ordnung ist.


